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Die Multimomentaufnahme erfasst, wie Arbeitszeit tatsächlich verteilt ist – nicht wie sie geplant war. Eine Methode mit grosser Aussagekraft und vergleichsweise kleinem Aufwand.


Was bedeutet Multimomentaufnahme?

Die Multimomentaufnahme (MMA) ist eine statistische Beobachtungsmethode aus der Arbeitszeitanalyse. Statt einen Prozess oder eine Person kontinuierlich zu begleiten, werden zu zufällig gewählten Zeitpunkten kurze Momentaufnahmen gemacht: Was tut die Person gerade? Welche Tätigkeit wird ausgeführt – oder wird gewartet, gesucht, unterbrochen? Über eine ausreichende Anzahl solcher Beobachtungen entsteht ein statistisch belastbares Bild der tatsächlichen Tätigkeitsverteilung.

Die Methode wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt und basiert auf dem Gesetz der grossen Zahlen: Je mehr Momentaufnahmen, desto präziser das Ergebnis – ohne dass man jeden einzelnen Moment lückenlos dokumentieren muss.

Multimomentaufnahme im Unternehmensalltag

Ein Pflegeteam in einem Spital hat das Gefühl, zu wenig Zeit am Patientenbett zu verbringen – aber niemand weiss, wie die Zeit tatsächlich verteilt ist. Eine Multimomentaufnahme über mehrere Schichten schafft Klarheit: 28% der Zeit entfällt auf direkte Patientenversorgung, 19% auf Dokumentation, 14% auf Suchen und Warten. Zahlen, die diskutierbar, priorisierbar und optimierbar sind.

Ähnliches gilt für Sachbearbeitende in der Verwaltung oder Mitarbeitende in der Produktion. Die MMA zeigt objektiv, wo Zeit fliesst – und wo sie versickert. Sie eignet sich besonders dann, wenn mehrere Personen oder Arbeitsstationen gleichzeitig beobachtet werden sollen, da eine Fachperson mehrere Bereiche im Rundgang erfassen kann.

Warum die Multimomentaufnahme bei Leanovation eine Rolle spielt

Wer Prozesse optimieren will, muss sie zuerst verstehen. Die Multimomentaufnahme ist eines unserer bevorzugten Instrumente in dieser ersten Phase – insbesondere wenn es darum geht, Verschwendung in administrativen Bereichen oder im Gesundheitswesen sichtbar zu machen. Dort ist kontinuierliches Beobachten oft nicht praktikabel, die Tätigkeiten sind vielfältig, und das subjektive Bild deckt sich selten mit der Realität.

Im Unterschied zur Tätigkeitsstrukturanalyse, die eine Person oder Stelle über einen definierten Zeitraum lückenlos begleitet, arbeitet die MMA mit zufälligen Stichproben über eine grössere Gruppe oder einen längeren Zeitraum. Beide Methoden ergänzen sich: Die TSA liefert Tiefe, die MMA liefert Breite. Gemeinsam geben sie die Faktengrundlage, auf der sinnvolle Prozessoptimierung ansetzt – und nicht auf Vermutungen.

Verwandte Begriffe

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