Fehlerkosten (COPQ) sind die Kosten, die nur entstehen, weil Qualität nicht von Anfang an stimmt – Nacharbeit, Ausschuss, Reklamationen, Verzögerungen und interne Reibung.
Was bedeutet COPQ (Fehlerkosten)?
COPQ steht für Cost of Poor Quality. Gemeint sind nicht „ein paar Fehler“, sondern die systematischen Kosten, die ein Unternehmen trägt, wenn Prozesse, Produkte oder Services nicht stabil liefern.
Typische Fehlerkosten sind zum Beispiel:
- Interne Fehlerkosten: Nacharbeit, Korrekturen, Zweitprüfungen, Ausschuss, Wiederholungen, zusätzliche Abstimmungen
- Externe Fehlerkosten: Reklamationen, Retouren, Garantiefälle, Vertragsstrafen, Image-/Vertrauensverlust
- Bewertungs- und Prüfkosten (oft als eigene Kategorie geführt): Kontrollen, Audits, Prüfaufwände, die nötig sind, weil man dem Prozess nicht vertraut
- Verdeckte Fehlerkosten: Wartezeiten, „Feuerwehrstunden“, Mehrfacherfassung, Schattenprozesse, verpasste Umsätze durch schlechte Lieferfähigkeit
Der zentrale Punkt: COPQ macht sichtbar, dass „Qualitätsprobleme“ fast immer Business-Probleme sind.
Fehlerkosten im Unternehmensalltag
Fehlerkosten sind in KMU oft unterschätzt, weil sie selten als eigene Position in der Buchhaltung auftauchen. Sie verstecken sich in:
- Personalkosten (Nacharbeit statt Wertschöpfung)
- Verzögerungen (Durchlaufzeit, Liefertermine, SLA-Verletzungen)
- Management-Aufmerksamkeit (Eskalationen statt Führung)
- Kundenbindung (weniger Wiederkauf, mehr Rabatte, mehr Aufwand im Support)
Praktisch merken es viele so: „Wir arbeiten hart, aber es bleibt zu wenig hängen.“ COPQ ist häufig der Grund.
Warum Fehlerkosten bei Leanovation eine Rolle spielen
Fehlerkosten sind ein starker Hebel, weil sie Diskussionen aus der „Qualitäts-Ecke“ in die Sprache der Geschäftsleitung übersetzen: Geld, Risiko, Liefersicherheit, Kundennutzen.
In der Leanovation-Praxis nutzen wir COPQ oft als Startpunkt für einen Business Case:
Nicht „wir machen Qualität schöner“, sondern: Welche Kosten fallen heute an (Quantifizierung der Ausgangslage) – und was ist realistisch vermeidbar?
Dann gehen wir konsequent an die Ursache:
- Prozess verstehen (wo entstehen Fehler, warum werden sie weitergegeben?)
- Prozessoptimierung (Verschwendung eliminieren, Standards schaffen, Schnittstellen klären)
- Fehler verhindern statt prüfen: z. B. mit FMEA (Risiken früh erkennen) und Poka Yoke (Fehler unmöglich machen)
Kurz: COPQ ist kein Controlling-Reporting. Es ist ein Entscheidungsinstrument.
Verwandte Begriffe
- FMEA
- Poka Yoke
- Business Case
- Prozessoptimierung

