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  • Führung ist kein Ereignis. Sie ist eine tägliche Praxis. Leader Standard Work macht genau das explizit: Was tut eine Führungskraft täglich, wöchentlich, monatlich – damit Verbesserungen nicht versanden und Lean nicht auf Plakaten hängt, sondern im Arbeitsalltag wirkt?


    Was bedeutet Leader Standard Work?

    Leader Standard Work bezeichnet einen definierten Satz an wiederkehrenden Führungstätigkeiten mit festgelegter Frequenz. Typische Elemente sind das tägliche Stand-up am Teamboard (5–15 Minuten), der wöchentliche Gemba Walk – die Führungskraft geht dorthin, wo Arbeit passiert –, das regelmässige Coaching von Mitarbeitenden bei der Problemlösung sowie die Überprüfung von Kennzahlen auf Abweichungen. Nicht zur Kontrolle. Zur Unterstützung. Dazu gehört auch die Selbstreflexion: Wurde der eigene Standard eingehalten? Was hat davon abgehalten?

    Was Leader Standard Work nicht ist: eine Checkliste zur Selbstoptimierung. Es geht nicht darum, die Führungskraft zu standardisieren wie einen Montageprozess. Es geht darum, Führungsverhalten vorhersehbar und entwicklungsfähig zu machen.


    Leader Standard Work im Unternehmensalltag

    Leader Standard Work ist kaskadierbar – und muss es sein. Was ein Teamleiter täglich tut, unterscheidet sich von dem, was eine Abteilungsleiterin wöchentlich tut, und von dem, was eine Geschäftsleiterin monatlich tut. Aber die Logik ist dieselbe: Wer führt, hat eine definierte Routine, die sicherstellt, dass er oder sie nah am Geschehen bleibt.

    In der Administration verbringt die Teamleiterin jeden Morgen zehn Minuten am Pendenzenboard, bespricht Engpässe und räumt Hindernisse aus dem Weg. Die Bereichsleiterin überprüft wöchentlich die Kennzahlenentwicklung und führt monatlich ein strukturiertes Coaching-Gespräch mit jedem Teamleiter.

    Im Gesundheitswesen ist die Pflegeleitung täglich präsent bei der Übergabe, die Stationsleitung führt wöchentlich einen strukturierten Rundgang durch, die Pflegedirektorin überprüft monatlich Abweichungen in Qualitätsindikatoren – am Gemba, nicht im Büro.


    Warum Leader Standard Work bei Leanovation eine Rolle spielt

    Viele Führungskräfte reagieren auf das Wort «Standard» mit Widerstand. Führung sei zu individuell, zu situativ, zu komplex für Standards. Das stimmt teilweise – und verfehlt den Punkt vollständig. Leader Standard Work definiert nicht, wie eine Führungskraft denkt oder kommuniziert. Es definiert, was sie regelmässig tut.

    Wer täglich fünf Minuten am Board verbringt, sieht Abweichungen früher. Wer wöchentlich am Gemba ist, versteht den realen Prozess – nicht die PowerPoint-Version davon. Wer Mitarbeitende beim Lösen von Problemen begleitet statt Lösungen vorgibt, entwickelt Team-Kompetenz statt Abhängigkeit. Das ist Lean Leadership in der Praxis. Und Leader Standard Work ist das strukturelle Rückgrat davon.

    Leader Standard Work funktioniert allerdings nur, wenn die Haltung stimmt. Wer den Gemba Walk als Kontrollgang versteht, erntet Misstrauen. Wer das Teamboard als Reporting-Instrument für die Hierarchie nutzt, tötet Kaizen. Respect for People ist die Voraussetzung – nicht die Konsequenz. Deshalb beginnt die Einführung von Leader Standard Work bei Leanovation immer mit einem Klärungsgespräch: Wozu machen wir das? Was verändert sich für die Führungskräfte? Und was bleibt gleich?


    Verwandte Begriffe


    Weiterführend

    Wie Shopfloor Management und Leader Standard Work zusammenspielen, zeigt unser Glossar-Eintrag zu Shopfloor Management.

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