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OEE – Overall Equipment Effectiveness (deutsch: Gesamtanlageneffektivität) ist der internationale Standard zur Messung der tatsächlichen Produktivität von Maschinen und Anlagen. Entwickelt im Rahmen des Total Productive Maintenance (TPM)-Ansatzes, ist OEE heute eine der meistgenutzten Kennzahlen im Lean- und Produktionsmanagement.

OEE setzt sich aus drei Faktoren zusammen, die multipliziert werden:
Verfügbarkeit: Wie lange läuft die Anlage tatsächlich im Verhältnis zur geplanten Produktionszeit? Verluste entstehen durch ungeplante Stillstände, Rüstzeiten und Störungen.

Leistung: Wie schnell läuft die Anlage im Verhältnis zur theoretischen Maximalgeschwindigkeit? Verluste entstehen durch Mikrostopps, reduzierte Geschwindigkeit und unruhigen Lauf.

Qualität: Wie viele Teile entsprechen beim ersten Durchlauf den Qualitätsanforderungen? Verluste entstehen durch Ausschuss, Nacharbeit und Anlaufverluste.

OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität

Ein Beispiel: Verfügbarkeit 90% × Leistung 85% × Qualität 95% = OEE 72,7%. Als Weltklasse gilt ein OEE-Wert von 85% oder höher. Viele Unternehmen starten mit Werten zwischen 40% und 60% – was das enorme Verbesserungspotenzial zeigt, das in bestehenden Anlagen schlummert.

OEE im Lean-Kontext: OEE macht die sechs grossen Verlustarten sichtbar – ein Konzept aus dem TPM-Ansatz: Anlagenausfälle, Rüst- und Einstellverluste, Leerlauf und Kurzstopps, reduzierte Geschwindigkeit, Anlaufverluste und Qualitätsfehler. Jede Verlustkategorie zeigt, wo Kaizen-Massnahmen ansetzen müssen.

Wichtig: OEE misst Effizienz – nicht Effektivität. Eine hohe OEE auf der falschen Anlage, für das falsche Produkt oder in einem nicht-wertschöpfenden Prozess ist kein Erfolg. Die Effektivitätsfrage – machen wir das Richtige? – bleibt der erste Schritt, bevor OEE als Steuerungsgrösse sinnvoll eingesetzt werden kann.

Verwandte Begriffe: Effizienz, Effektivität, Lean Management, Kaizen, Wertstromanalyse, TPM

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